Vortragsveranstaltung AfB in Emden

Krippen brauchen dritte Kraft Uwe Santjer (SPD) sagt Unterstützung zu. Auf der Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Bildung am Donnerstag im Emder Kulturbunker wurde intensiv über Forderungen an das neue Kindertagesstättengesetz diskutiert. Neben Uwe Santjer von der SPD-Landtagsfraktion und zuständig für das zu entwickelnde KITA-Gesetz hatten die Vorstandsmitglieder Elke Tonne-Jork und Jürgen Köpke von der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD Niedersachsen hierzu eingeladen.

Uwe Santjer steht Rede und Antwort
Als Expertinnen und Experten waren vertreten (v.l.n.r.): Heiner Creydt (Landeselternrat), Thore Wintermann (AWO Weser-Ems), Renate Isenburg (GEW), Prof. Edita Jung (Hochschule Emden-Leer), Elke Tonne-Jorg (AfB Niedersachen), Uwe Santjer (SPD), Adelheid Andresen (Jugendamt Leer) und Thomas Müller (Volksinitiative)

Die Forderungen wurden von den Expertinnen und Experten Prof. Edita Jung (Hochschule Emden-Leer), Renate Isenburg (GEW Emden), Adelheid Andresen (Jugendamt Landkreis Leer), Heiner Creydt (Landeselternvertretung), Thore Wintermann (AWO Weser-Ems) und Thomas Müller (Volksinitiative) mit Argumenten untermauert.

 

Alle Beteiligten sprachen sich klar für die dritte Kraft in einer Krippengruppe aus. Frau Prof. Jung wies auf den Zusammenhang von Qualität der Arbeit und Bezahlung hin. Die an der Hochschule Emden-Leer ausgebildeten Fachkräfte fänden zur Zeit in Niedersachen keinen angemessenen Arbeitsplatz und bewürben sich daher außerhalb von Niedersachsen. Darüber hinaus sei eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung und der Ausbau der Aus-, Fort- und Weiterbildung notwendig.

 

In der Diskussion mit den Anwesenden wurde des Weiteren darauf hingewiesen, dass auch im Bereich der Kindergartengruppen die Betreuungsrelation zwischen Gruppengröße und Betreuungskräften zu hoch ist. Renate Isenburg verwies in diesem Zusammenhang auf eine wissenschaftliche Untersuchung der GEW, die eine Qualitätssteigerung der Arbeit bei einer günstigeren Betreuungsrelation nachweist. „22 oder 25 Kinder in einer Gruppe sind einfach zu viel.“

 

Auf Grund der konkreten Arbeit der Erziehrinnen wurde die Forderung nach mehr Zeit für Elternberatung und Betreuung von Berufspraktikantinnen erhoben. Dies sei mit den derzeitigen Schlüssel nicht leistbar.

 

Zum Abschluss schlug Uwe Sanjter vor, dass die dritte Krippenkraft außerhalb der KITA-Gesetzgebung auf den Weg gebracht werden könnte. Prof. Jung unterstrich noch einmal die Dringlichkeit des Gesetzes. Sie sprach sich darüber hinaus für eine bessere Bezahlung aus, um so auch männliche Betreuungskräfte in die Kindergärten zu bekommen. Herr Creydt hob noch einmal die Bemühungen der Landesregierung hervor, mahnte aber auch ein klares Votum an.