Stufenmodell für die Einführung der dritten Kraft in der Krippe

Für SPD Landtagsabgeordneten Uwe Santjer ist der Beschluss des rot/grünen Kabinetts, die dritte Krippenkraft zu finanzieren ein wichtiger Grundstein frühkindlicher Bildung. "Die Bindungs- und damit Bildungsarbeit schon im Alter bis drei Jahren war für viele Kolleginnen und Kollegen in Krippen unter den bisherigen Rahmenbedingungen sehr schwierig. Dass dies gelungen ist, ist allein den Teams der Kitas zu verdanken" weiß der gelernte Erzieher.

Landtagsabgeordneter Uwe Santjer

Das Land Niedersachsen wird zum 01.01.2015  eine dritte Krippenkraft im Stundenumfang von 20 Std./Woche finanzieren. Bis 2020 werden die Personalkosten vom Land Niedersachsen in einem Stufenmodell bis zu 40 Std./Woche übernommen. So werden von 2016-2019 jedes Jahr weitere drei Stunden/Woche finanziert. Von 2019 bis 2020 gibt es dann einen Sprung von 32 auf 40 Wochenstunden.

Wie wir aus einer von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Studie wissen, hat die frühkindliche Bildung einen hohen Einfluss auf den späteren Bildungsweg der Kinder. "Für den Durchschnitt der Kinder aus den untersuchten Jahrgängen erhöht  sich die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, von 36% auf 50%, wenn sie vorher eine Krippe besucht haben," zitiert Santjer die Bertelsmann Stiftung .

Damit erhält der Ausbau in Niedersachsen um weitere 5000 Plätze, verbunden mit der qualitativen Verbesserung durch die dritte Kraft, auch einen erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen. "Bildung ist der Zugang für Erwerbstätigkeit und auskömmliches Einkommen" so Santjer. Nach seiner Auffassung ist darüberhinaus schon in der frühen Kindheit ein Schlüssel gegen den Fachkräftemangel zu finden. Die Bertelsmann Studie beschreibt auch, dass die volkswirtschaftlichen Nutzeneffekte dreimal höher sind, als die entstandenen Kosten für einen Krippenbesuch.

Nach Beschluss der rot/grünen Landesregierung wird die dritte Kraft in Krippen mit mehr als 10 Kindern installiert.