Arbeitskreis Kultus der SPD-Landtagsfraktion besuchte Laatzener Albert-Einstein-Schule: Einrichtung erhält zweite Sprachlernklasse

Hannover/ Laatzen. Wenn Einwanderer oder Flüchtlinge nach Niedersachsen kommen, sprechen sie häufig kein Wort Deutsch. Sie angemessen zu beschulen, ist eine große Herausforderung für die Schulpolitik des Landes und für die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen. Wie Sprachlernklassen vor Ort umgesetzt werden, darüber hat sich der Arbeitskreis Kultus der SPD-Landtagsfraktion heute in der Laatzener Albert-Einstein-Schule informiert.

Zwei Schüler der Sprachlernklassen zeigten den Abgeordneten ein Fotoprojekt

Eingeladen hatte ihn die für Laatzen zuständige SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann. Und die Abgeordneten hatten gute Nachrichten: Die SPD-geführte Landesregierung nimmt 130 Millionen Euro in die Hand und stockt die Zahl der Sprachlernklassen in Niedersachsen von 60 auf 240 auf. Die Albert-Einstein-Schule erhält im Zuge dieser Aufstockung eine zweite Sprachlernklasse. „Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und gibt Sicherheit in der neuen Umgebung. Deshalb sind Sprachlernklassen so wichtig", sagte Lesemann.

„Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte der neue Leiter der Schule, Christian Augustin. Man sei sehr stolz auf die Erfolge der ersten Sprachlernklasse an seiner Schule: Die Lehrerinnen leisteten eine tolle Arbeit unter nicht immer einfachen Bedingungen. Viele der Schülerinnen und Schüler kämen an die Schule ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können – manche könnten außerdem weder lesen noch schreiben. Dennoch schafften es viele Schülerinnen und Schüler der Sprach-lernklasse später auf die Realschule und sogar auf das Gymnasium – dort seien sie Vorbilder und motivierten ihre Mitschüler, berichtete Emilia Bolda, die Leiterin der Sprachlernklasse. Die Klasse wurde vor 5 Jahren eingerichtet, fünf Lehrerinnen betreuen die derzeit 19 Schüler aus 16 Ländern. „Ich bin sehr glücklich, an dieser Schule zu sein, die Schulleitung steht voll hinter uns“, sagte Bolda.

Der Job mache ihnen viel Spaß – und auch wenn der Betreuungsaufwand höher sei als an an-deren Schulen, motivierten die Fortschritte der Kinder jeden Tag aufs Neue, so Bolda. Die Lehrerinnen hatten auch eine Bitte an die Politiker: Fortbildungen zum Thema Traumabewältigung. Denn viele der Schülerinnen und Schüler der Sprachlernklassen seien Flüchtlinge und hätten teilweise schlimmes erlebt. „Hier brauchen wir Unterstützung“, sagte Bolda.