Zu den Diskussionen, ob und wie der gesetzliche Mindestlohn in Sportvereinen Anwendung findet, erklärt der Landtagsabgeordnete Uwe Santjer

Seit Anfang des Jahres gilt der gesetzliche Mindestlohn. Unsicherheit gibt es noch vereinzelt, wie das Mindestlohngesetz in Sportvereinen anzuwenden ist, z.B. auf ehrenamtliche Tätigkeiten und wie die Entlohnung von Vertragsamateuren geregelt ist.

Uwe Santjer – Landtagsabgeordneter

Das Bundesarbeitsministerium hat jetzt  gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) nun auch die bis dahin offene Frage der Vertragsamateure klären können. Damit gilt: Sportvereine können ihre hervorragende Arbeit so fortsetzen wie bisher!

Denn: Der Mindestlohn gilt in Vereinen wie in anderen Bereichen nur für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ausschlaggebend hierfür sind regelmäßig:

•             ein privatrechtlicher Vertrag,

•             zur Leistung weisungsgebundener Arbeit,

•             mit der Absicht, dafür entlohnt zu werden.

Konkret heißt das: Übungsleiter, also ehrenamtliche Trainer fallen nicht unter das Mindestlohngesetz, weil sie in der Regel keine Arbeitnehmer sind. Nur, wenn sie zusätzlich beispielsweise einen Minijob ausüben, etwa für die Pflege von Gerätschaften oder die Reinigung von Gebäuden, muss der Mindestlohn gezahlt werden. Aber eben auch nur für diese Tätigkeit – nicht für die Trainingsleitung.

Eine Kombination aus Minijob oder einem anderen Arbeitsverhältnis auf der einen und Ehrenamt oder Übungsleitung auf der anderen Seite, bleibt also weiterhin möglich.

Bei Sportlern ist zwischen Amateuren und Berufssportlern zu unterscheiden. Für letztere gilt der Mindestlohn. Eine Mischform sind Vertragsamateure. Weil bei ihnen aber das sportliche Interesse und nicht die Entlohnung im Vordergrund steht, findet das Mindestlohngesetz in der Regel keine Anwendung. Wichtig sind dafür eine entsprechende Vertragsgestaltung und -abwicklung, die von den Vereinen vor Ort  zu klären ist.

„Diese Regelung gibt Sicherheit für die gute Arbeit der unzählig vielen Ehrenamtlichen in den insgesamt rund 240 Sportvereinen im Landkreis Cuxhaven. Diesen engagierten Menschen gebührt mein außerordentlicher Dank, denn ohne sie wäre ein Vereinsleben undenkbar“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Santjer.