Langfristige Lösung des Wolfsproblems nur auf Bundes- und Europaeben möglich

Bezugnehmend auf die, in ihrer Heftigkeit wohl dem Wahlkampf geschuldeten, Aussagen einiger politischer Mitbewerber zum Thema Wolf, lädt der örtliche Landtagsabgeordnete Uwe Santjer zur Rückkehr zur Sachlichkeit ein. „Ich bin davon überzeugt, dass das Thema nicht für Parteistreitereien taugt, sondern sachlich bearbeitet werden muss“, so der Sozialdemokrat.

Letztendlich müsse man in zwei Säulen denken und arbeiten, so Santjer. Kurzfristig könne das Land Niedersachsen versuchen, die Deich-, Wanderschäfer und Nutztierhalter zu unterstützen – langfristig könne jedoch nur eine rechtliche Anpassung auf Bundes- und Europaebene helfen. „Das Niedersächsische Umweltministerium hält sich strikt an geltendes Bundes- und Europarecht. Eine Veränderung kann somit nur über unsere Bundestags- und Europaabgeordneten erreicht werden“, erklärt Santjer die Rechtslage.

„Ich glaube“, so der Cuxhavener, „dass die Deichregion im Landkreis Cuxhaven nicht durch Zäune zu schützen ist und wir deshalb gemeinsam daran arbeiten müssen, dass wir Deichregionen zur wolfsfreien Zonen erklären. Das ist aber nicht Landesaufgabe, sondern hier muss auf Bundes- und Europaebene eingewirkt werden.“

Da der Schutzstatus des Wolfes letztendlich auch mit der Stimme der Bundeskanzlerin entstanden ist, sei es sachlich schlicht falsch, dies jetzt auf die rot-grüne Landesregierung und insbesondere den Umweltminister abzuwälzen.

„Während die CDU  im Jahr 2013 in ihrem Wahlprogramm für die LTW stolz schrieb: „Wir haben den Luchs und den Wolf in Niedersachsen wieder angesiedelt.“ (Seite 18 des Regierungsprogramms 2013-2018 der CDU in Niedersachsen), hält sich meine Freude in Grenzen“, so der Landespolitiker.

Nach Santjers Auffassung ist das Cuxland nicht als Wolfsregion geeignet, da die Besonderheiten der Region nicht mit dem Wolf in Einklang zu bringen seien.

„Am Ende glaube ich, dass der Wolf nicht in allen Regionen Deutschlands und Niedersachsens heimisch werden kann. Der Schutz der Nutztiere hat höchste Priorität, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass es Ängste bei den Menschen gibt, die wir nicht übersehen dürfen“, so Santjer.

Deshalb bemühe man sich auch seitens des Landes für kurzfristige Lösungsansätze, die insbesondere den Deich- und Wanderschäfern zugutekommen werden. In zahlreichen Gesprächen mit Umweltminister Wenzel wurde klar, dass das Land sich sehr darum bemüht, Nutztierhalter bei Sicherungs- und Schutzmaßnahmen zu unterstützen und hierfür finanzielle Zuschüsse des Landes zu gewähren. „Ich plädiere dafür, dass die Zuschüsse noch unbürokratischer gewährleistet werden“, so der Cuxhavener, der erklärt, dass das Land dafür zuständig sei, den Nutztierhalter bei Rissen zu entschädigen. „Dort sind wir jetzt mittlerweile auf dem Weg, dass wir ein schnelleres Verfahren einführen wollen, so dass wir nicht mehr warten müssen, bis die Ergebnisse aus den DNA-Laboren da sind. Stattdessen soll umgehend, vielleicht durch einen Veterinär vor Ort, festgestellt werden, ob tatsächlich der Wolf der Verursacher ist, so dass eine umgehende Zahlung möglich wird“, berichtet Santjer aus aktuellen Gesprächen im Umweltministerium. „Ich habe beim Niedersächsischen Umweltminister dafür geworben, dass es für Deichschäfer und Wanderschäfer besondere Mittel geben soll, um z.B. eine nächtliche Bewachung zu gewährleisten, oder auch für den erhöhten finanziellen Aufwand für Futter, wenn die Tiere länger im Stall verbleiben müssen“, so der Landtagsabgeordnete.

Zudem spricht sich Santjer klar für eine durchgängige Besenderung der Wölfe aus: „Da nur Wölfe entnommen werden können, deren auffälliges Verhalten belegt werden kann, bin ich sehr dafür, eine konsequente Besenderung vorzunehmen, um die Wege eines jeden Wolfes nachvollziehen zu können.“